
Ab 2026 soll sie tatsächlich kommen: die verpflichtende Diagnosencodierung für niedergelassene Ärzt:innen. Ein weiterer bürokratischer Schritt, der viel Zeit kostet – und dessen Nutzen für unsere Patient:innen nicht erkennbar ist.
Ein Blick in das offizielle „Handbuch Medizinische Dokumentation für den extramuralen Bereich“ zeigt deutlich, worum es tatsächlich geht:
„Ziel der gesetzlich geregelten ambulanten Diagnosencodierung ist die systematische Erfassung der Gründe, aus denen Patientinnen und Patienten ambulante Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer in Anspruch nehmen.“
Das heißt: Es geht nicht um die standardisierte Erfassung der tatsächlichen Erkrankungen oder um eine Verbesserung der medizinischen Versorgung.
Stattdessen sollen wir lediglich angeben, warum jemand in die Ordination kommt – nicht, woran die Person tatsächlich leidet.
Ein weiteres Beispiel aus dem Handbuch macht das besonders deutlich:
„Ein:e Patient:in kommt nach einem Schlaganfall, einer Lungenembolie oder der Implantation einer Herzklappe zur Überwachung der Antikoagulantientherapie in die Ordination. Der Code ‚Z92.1 Dauertherapie (gegenwärtig) mit Antikoagulanzien in der Eigenanamnese‘ ist zu übermitteln.“
Mit anderen Worten: Die zugrunde liegende Erkrankung, also der eigentliche medizinische Hintergrund, soll ausdrücklich nicht übermittelt werden.
Die Codierung dient damit primär der Verwaltung und Statistik – nicht der Medizin oder der Patientensicherheit.
Während Ärzt:innen immer mehr Zeit mit Dokumentations- und Meldepflichten verbringen, bleibt immer weniger Zeit für das Wesentliche: für unsere Patient:innen und die ärztliche Arbeit selbst.
Team Szekeres steht grundsätzlich hinter einer sinnvollen, medizinisch orientierten Dokumentation – denn richtig umgesetzt kann Codierung zur Qualitätssicherung und Versorgungsforschung beitragen.
Doch das, was hier unter „Diagnosencodierung“ eingeführt wird, verfehlt diesen Zweck völlig. Mehr Aufwand, kein Nutzen – weder für Ärzt:innen noch für Patient:innen.
Wir sagen klar: Weniger Bürokratie, mehr Medizin. Ein Gesundheitssystem braucht Vertrauen in die ärztliche Kompetenz – nicht immer neue Kontrollmechanismen.

