
Wer die Impfquoten nachhaltig erhöhen will, muss die Menschen erreichen – nicht nur zusätzliche Impfstellen schaffen.
Impfen soll einfach und unkompliziert möglich sein. Wer sich impfen lassen möchte, soll gut erreichbare Angebote vorfinden und ohne lange Wartezeiten einen Termin erhalten. Gleichzeitig müssen höchste medizinische Qualitäts- und Sicherheitsstandards gewährleistet bleiben.
Die Bundesregierung plant, bestimmte Impfungen ab 2027 auch in Apotheken zu ermöglichen. Damit sollen der Zugang zu Impfungen erleichtert und die Impfquoten erhöht werden.
Doch ist die Schaffung zusätzlicher Impfstellen tatsächlich der entscheidende Schritt, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen?
Für TS-Wien ist klar: Die entscheidende Herausforderung liegt nicht allein im Impfangebot, sondern vor allem darin, mehr Menschen zur Inanspruchnahme empfohlener Impfungen zu bewegen.
Impfen ist ärztliche Kernkompetenz
Eine Impfung ist weit mehr als die Verabreichung eines Impfstoffs. Sie ist ein invasiver medizinischer Eingriff, der eine individuelle Beurteilung des Gesundheitszustandes, die Prüfung möglicher Kontraindikationen und eine fundierte medizinische Aufklärung erfordert.
Auch wenn Impfungen grundsätzlich sicher und gut verträglich sind, können Nebenwirkungen und in seltenen Fällen schwerwiegende Komplikationen auftreten.
Ärztinnen und Ärzte verfügen über die umfassende medizinische Ausbildung und Erfahrung, um die individuelle Indikation zu stellen, Vorerkrankungen und mögliche Risiken zu berücksichtigen, über Nutzen und Nebenwirkungen aufzuklären und bei unerwünschten Reaktionen die notwendige medizinische Versorgung sicherzustellen.
Für TS-Wien gehören medizinische Beurteilung, persönliche Aufklärung und Durchführung einer Impfung zusammen. Deshalb sprechen wir uns dafür aus, Impfungen auch weiterhin in ärztlicher Verantwortung durchzuführen.
Dabei geht es nicht um die Abgrenzung einzelner Berufsgruppen, sondern um eine umfassende und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung der Patientinnen und Patienten.
Mehr Impfstellen allein bedeuten nicht automatisch höhere Impfquoten
Österreich verfügt bereits über zahlreiche Möglichkeiten, Impfungen in Anspruch zu nehmen. Dennoch werden empfohlene Impfungen nicht immer ausreichend genutzt.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Fehlendes Wissen über Impfempfehlungen, Unsicherheiten hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen, mangelndes Bewusstsein für den individuellen Nutzen, aber auch organisatorische Hürden können dazu beitragen.
Zusätzliche Impfangebote können den Zugang erleichtern. Sie allein lösen jedoch nicht die grundlegende Herausforderung, Menschen von der Sinnhaftigkeit und Sicherheit empfohlener Impfungen zu überzeugen.
Wer die Impfquoten nachhaltig verbessern will, muss daher nicht nur den Zugang erleichtern, sondern vor allem Information, Aufklärung und Vertrauen stärken.
Was sich aus unserer Sicht verbessern muss
- Ärztliche Impfangebote leichter zugänglich machen: Durch unkomplizierte Terminvereinbarungen, gut erreichbare Impfstellen und transparente Informationen darüber, wo welche Impfungen angeboten werden.
- Individuelle Impfberatung stärken: Ärztinnen und Ärzte sollen ausreichend Zeit und geeignete Rahmenbedingungen haben, um persönliche Fragen, Unsicherheiten und individuelle Risiken zu besprechen.
- Umfassende Informations- und Aufklärungskampagnen etablieren: Wissenschaftlich fundierte, verständliche und zielgruppengerechte Informationen sollen das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen stärken und bestehende Vorbehalte abbauen.
- Bestehende Angebote besser nutzen: Durch gezielte Impferinnerungen, eine stärkere Einbindung des e-Impfpasses und eine bessere organisatorische Unterstützung der ärztlichen Impfversorgung.
Auch Apotheken können dabei wichtige Partner sein. Als niederschwellige Anlaufstellen können sie über Impfempfehlungen informieren, auf bestehende Angebote aufmerksam machen und Patientinnen und Patienten den Weg zur ärztlichen Impfung erleichtern.
Unser Ziel: Mehr geimpfte Menschen durch bessere Versorgung
Für TS-Wien steht die bestmögliche medizinische Versorgung der Bevölkerung im Mittelpunkt. Wir wollen Impfungen einfacher zugänglich machen, bestehende Hürden abbauen und das Vertrauen in medizinisch empfohlene Impfungen stärken.
Dazu braucht es eine klare Strategie, die ärztliche Kompetenz, umfassende Aufklärung und gut erreichbare Impfangebote miteinander verbindet.
Denn entscheidend ist nicht, möglichst viele neue Impfstellen zu schaffen, sondern möglichst viele Menschen mit einer sicheren, qualitativ hochwertigen und gut zugänglichen Impfversorgung zu erreichen.
TS-Wien steht für eine Stärkung der Impfversorgung in ärztlicher Verantwortung – mit mehr Information, mehr Aufklärung und mehr Vertrauen.


